Mitarbeiter im Home Office motivieren: Wie fühlt man sich als ONE Team trotz Heimarbeit?

Was heißt Teamarbeit im Home Office? Diese Frage werden wir uns erst wirklich beantworten können, wenn wir wieder die Freiheit haben, selber zu entscheiden, wo und wie wir arbeiten.

Welche Kompetenzen beeinflussen die Teamarbeit ?

Im letzten Jahr hat sich viel verändert, insbesondere die Methoden, die wir für die Führung und der Teamarbeit anwenden. Die Führung der Mitarbeiter im Homeoffice muss nicht völlig neu gelernt werden, auch wenn man das denkt.  Die Hauptkompetenzen guter Führung und Zusammenarbeit sind geblieben. Dabei geht es um drei entscheidende Kompetenzen.

Mitarbeiter situativ führen im Homeoffice

Die erste Kompetenz ist Empathie. 

Empathie für die eigene Situation, für die Situation der Mitarbeiter und der Kollegen.

 „Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Emotionen, Gedanken, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden”. Wikipedia

Doch wie macht man das, wenn statt der 5 Sinne, die in einem Präsenztreffen automatisch aktiviert werden, nur noch maximal 2 Sinne in einem digitalen Austausch zu Verfügung stehen? Es gibt eine einfache Antwort darauf! 

 

  1. Zeit, sich gegenseitig Zeit zu schenken. 
  2. Zeit zum Zuhören
  3. Zeit zum Sprechen
  4. Zeit Verbindungen aufzubauen. 

Conclusion: Nur durch Zeit kann Nähe entstehen und ein gegenseitiges Verständnis aufgebaut werden. Empathie bedeutet, sich in die Situation des anderen einzufühlen. Das geht nicht durch kurze, knackige Jour Fix, in denen man eigentlich schon auf den Sprung ins nächste Meeting ist, sondern es geht darum, einen leeren Raum zu geben, der gefüllt werden kann, egal mit was.

Vertrauen ist die zweite unumgängliche Kompetenz. 

Auch hierbei geht es um das Vertrauen in sich selber, in die Kollegen und in die eigene Führung, wie auch in das eigene “geführt werden”. Vertrauen kann nur aufgebaut werden durch ein stabiles Selbstvertrauen jedes Einzelnen. Wenn ich mir selber als Führungskraft vertraue, gestärkt aus der Krise zu gehen, dann vertraue ich auch meinem Team, dies zu tun. 

Wenn die Führungskraft und einzelne Teammitglieder Sicherheit ausstrahlen, dann strahlt sie authentisch ins Team. Das Gefühl potenziert sich innerhalb des Teams und ein gegenseitiges Vertrauen baut sich auf. Jeder von uns kennt das Gefühl, wie gut es ist, in einer unsicheren Situation vertrauensvoll geführt zu werden. 

Fragt man hinterher denjenigen, der geführt hat, wie er das gemacht hat, kommt häufig die Antwort: 

„Ich weiß es gar nicht, aber ich habe darauf vertraut, dass alles gut wird”. 

Soll ich meine Mitarbeiter im Homeoffice kontrollieren?

Vertrauen bedeutet zudem Ehrlichkeit und Transparenz. Im Homeoffice ist es wichtiger als je zuvor. Natürlich wird die Spülmaschine ausgeräumt, die Waschmaschine angeschaltet und schnell mal gesaugt. Stattdessen arbeitet man an Zeiten, die nicht zur Kernarbeitszeit gehören. Die Übergänge zwischen Privat- und Arbeitsleben fließen ineinander. 

Auch ist nicht jeder Tag gleich, besonders dann nicht, wenn dein privates Umfeld ungefiltert auf deine Arbeitswelt trifft. Hier geht es um das Vertrauen, dass jeder sein bestes gibt, auch wenn nicht jeder seinen besten Tag hat. Mein Fazit: Eine gute Führung braucht viel Vertrauen und wenn ich das Bedürfnis habe mein Team zu kontrollieren, dann sollte ich mich fragen, was stört mich wirklich.  Wenn man sich genügend Zeit für jeden Einzelnen nimmt, zuhört und unterstützt, dann braucht es keine Kontrolle.

Eine weitere Kompetenz ist Selbstreflexion. 

Hier geht es wieder um die drei Ebenen:

  1. die Reflexion über die eigene Situation,
  2. die Reflexion über die Situation in der Zusammenarbeit im Team,
  3. die Reflexion über die eigene Führung, 
  4. die Reflexion, wie werde ich selber geführt. 

Diese Kompetenz ist die Grundlage für Empathie und Vertrauen. Denn erst wenn ich mich ehrlich selber erkenne, dann kann ich Empathie entwickeln und Vertrauen schenken. Der einzige Weg zur Selbstreflexion geht nur über ein kontinuierliches Training. Dieses Training braucht Zeit. 

Wird der Tag aber als Erstes mit dem Blick auf das Smartphone gestartet, damit man bloß nichts verpasst, dann schafft man zwar vermeintlich viel. Am Ende des Tages entsteht jedoch nichts Nachhaltiges. Selbstreflexion kann wehtun und fängt man selbst oder als Team damit mal richtig an, dann kommen oft viele alte Wunden hoch, auf die man keine Lust hat. Doch genau dann fängt es an mit der wirklichen Entwicklung und Veränderung.

Eine gute Selbstreflexion sollte uns an die Menschen erinnern, die das in ihrem täglichen Leben machen. Diese Menschen strahlen eine Zuversicht aus, die einem selber über alles hinweg tragen kann. Strahlt man diese Zuversicht als Führungskraft in sein Team, stärken sich die Teammitglieder untereinander. Die Krise wird zur Chance für echtes, inneres Wachstum!

Die Zukunft der Teamarbeit

Jedes Teammitglied hat das Bedürfnis nach Zugehörigkeit. 

Zugehörigkeit bedeutet, wahrgenommen zu werden, respektiert zu werden, seinen Platz zu haben und einen Beitrag zum großen Ganzen zu geben. In einer Präsenzkultur werden diese Bedürfnisse teilweise schon durch zwischenmenschliche Interaktion im Office abgedeckt. Der berühmte Gang zur Kaffeemaschine, der erst fehlt, wenn es wegfällt. Dieser soziale Austausch fehlt im Home Office komplett.

Was macht alle Mitarbeiter im Team zufrieden?

Was kann man tun, um das Home Office zu einem Erfolgskonzept zu machen und es für die Zukunft zu nutzen? 

  1. Sich bewusst Zeit nehmen für sich.
  2. Leere (digitale) Räume anbieten, um das zu besprechen, was neu ist. 
  3. Ehrlich mit sich und allen anderen zu sein, denn jeder hat seine Herausforderungen.
  4. Die digitalen Meetings mit W- Fragen zu starten: Wie/Warum/Weshalb.
  5. Eine Basis für Nähe zu schaffen, durch seine eigenen Geschichten. 
  6. Nichts aufschieben nach dem Motto: “Das machen wir wieder, wenn wir uns sehen.” Das Leben funktioniert nur im Jetzt! 
  7. Den entstandenen kreativen Raum nutzen. Nimmt man sich bewusst Raum, kann eine wirkliche Erneuerung und Weiterentwicklung entstehen.

Mitarbeiter im Homeoffice motivieren

Doch was, wenn sich trotzdem immer wieder das EGO meldet und bedient werden will? Dann hilft eins ganz bestimmt: Dankbarkeit. Schließt euer Meeting ab mit einer kurzen Dankbarkeitssession:

  • Für was bin ich persönlich dankbar?
  • Für was sind wir als Team dankbar?
  • Für was sind wir unseren Unternehmen dankbar?
  • Für was sind wir der Welt dankbar?

Veränderungen sind immer schwer und wenn sie es nicht sind, dann ist es nicht wirklich eine Veränderung. Doch ohne Veränderung entsteht Stillstand und das ist kein Weg, den wir gehen sollten. ONE TEAM im Homeoffice ist anders. Das neue “Anders” ist genau das „Normal“, was die Welt jetzt braucht.

 

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